Auf einen Blick

Mennoniten weltweit

  • ca. 2,1 Mio. Mennoniten auf allen Kontinenten
  • Älteste christliche Freikirche – seit dem 16. Jahrhundert
  • Teil der historischen Friedenskirchen
  • Verbunden in der Mennonitischen Weltkonferenz
  • Mitglied in Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen weltweit

Unsere Gemeinde

  • ca. 75 Mitglieder, seit über 200 Jahren in Regensburg
  • Gottesdienst alle zwei Wochen, sonntags um 10 Uhr
  • Seit 1966 im Gemeindehaus Burgweinting
  • Gemeinsames Essen nach dem Gottesdienst
  • Gründungsmitglied der ACK Regensburg

Vom radikalen Aufbruch zur offenen Gemeinde

Die Täuferbewegung

Im 16. Jahrhundert fanden sich in der Schweiz und Süddeutschland Christen zu einer „Reformation von unten" zusammen. Sie lasen gemeinsam die Bibel, wollten Jesu Vorbild konsequent folgen und erstrebten eine geschwisterliche Kirche frei von staatlicher Macht. Statt der Kindertaufe praktizierten sie die bewusste Glaubenstaufe – und wurden dafür verfolgt und in alle Welt verstreut.

Die Bewegung überlebte. Ihr stärkster Zweig sind heute die Mennonitengemeinden, benannt nach dem friesischen Priester Menno Simons, der die verstreuten Gruppen sammelte. Zusammen mit den Quäkern und der Church of the Brethren bilden die Mennoniten die „historischen Friedenskirchen" – verbunden durch die Überzeugung, dass der Weg Jesu ein Weg der Gewaltfreiheit ist. Heute leben weltweit rund 2,1 Millionen Mennoniten auf allen Kontinenten.

In Regensburg

1802 siedelten sich die ersten täuferischen Landwirte aus Elsass-Lothringen und der Südpfalz in der Umgebung von Regensburg an. Sie trafen sich reihum auf ihren weit verstreuten Höfen zur „Lehr" und nahmen dafür weite Wege mit Pferdefuhrwerk und Bahn auf sich. Von 1893 bis 1966 feierte die Gemeinde ihre Gottesdienste in der evangelisch-lutherischen Bruderhauskirche.

Seit 1966 ist die Gemeinde in der Hartinger Straße in Burgweinting zuhause. Das Gemeindezentrum bietet Platz für Gottesdienste, Kleingruppen und gemeinsames Essen. Nebenan steht das Ringenberghaus – der Gemeinde für sozial-diakonische Zwecke anvertraut. Heute leben dort Studierende in einer WG, die Nähgruppe fertigt Patchworkdecken für Geflüchtete, und Räume sowie der schöne Garten werden für Kindergottesdienste, Gruppenabende und Gemeindeveranstaltungen genutzt. Aus der Gemeinde heraus haben sich Tochtergemeinden in Landau an der Isar und Schwandorf gebildet.

Mit unserer 500-jährigen Geschichte sind wir die älteste christliche Freikirche Deutschlands. Früher lebte die Gemeinschaft eher unter sich – geduldet, solange sie sich abgrenzten. Heute sind wir eine offene Gemeinde, die allen eine geistliche Heimat anbietet, die christliche Gemeinschaft suchen.

Menschen, die uns geprägt haben

Menno Simons

1496 – 1561

Der niederländisch-friesische Theologe gab den Mennoniten ihren Namen. Als ehemaliger katholischer Priester sammelte er die verstreuten Täufergruppen und betonte in seinen Schriften Gewaltfreiheit und gegenseitige Verantwortung als Kennzeichen christlicher Gemeinde.

Susanna Daucher

1495 – ?

Am Ostermorgen 1528 öffnete die Augsburger Bürgerin ihr Haus für eine Täuferversammlung. Die Stadtwache verhaftete 88 Personen – der Vorsteher wurde hingerichtet. Susanna wurde ausgewiesen. Weil sie schwanger war, blieb ihr das Brandzeichen erspart. Ihre beiden kleinen Söhne musste sie zurücklassen.

Dirk Willems

? – 1569

Zum Tode verurteilt, weil er sich als Erwachsener taufen ließ, gelang Dirk die Flucht über einen gefrorenen See. Als sein Verfolger durch das Eis brach, kehrte er um und rettete ihn – und wurde daraufhin gefasst und verbrannt. Sein Zeugnis fordert uns heraus, unsere Feinde zu lieben.