Die Täuferbewegung
Im 16. Jahrhundert fanden sich in der Schweiz und Süddeutschland Christen zu einer „Reformation von unten" zusammen. Sie lasen gemeinsam die Bibel, wollten Jesu Vorbild konsequent folgen und erstrebten eine geschwisterliche Kirche frei von staatlicher Macht. Statt der Kindertaufe praktizierten sie die bewusste Glaubenstaufe – und wurden dafür verfolgt und in alle Welt verstreut.
Die Bewegung überlebte. Ihr stärkster Zweig sind heute die Mennonitengemeinden, benannt nach dem friesischen Priester Menno Simons, der die verstreuten Gruppen sammelte. Zusammen mit den Quäkern und der Church of the Brethren bilden die Mennoniten die „historischen Friedenskirchen" – verbunden durch die Überzeugung, dass der Weg Jesu ein Weg der Gewaltfreiheit ist. Heute leben weltweit rund 2,1 Millionen Mennoniten auf allen Kontinenten.